Ein Zahnimplantat kann viele Jahrzehnte halten. Doch auch wenn Implantate keine Karies bekommen können, sind sie nicht automatisch vor Entzündungen geschützt. Regelmäßige Kontrollen und eine gute Mundhygiene sind deshalb entscheidend für den langfristigen Erhalt.
Ähnlich wie an natürlichen Zähnen können sich auch rund um ein Implantat bakterielle Beläge ansammeln beispielsweise, wenn mal ein Speiserest über längere Zeit unbemerkt in einem Zwischenraum hängen bleibt. Diese Störfaktoren können zunächst eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleisches verursachen, die sogenannte Mukositis. Wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie in der Regel vollständig ausheilen.
Wenn man nichts unternimmt, dann breitet sich die Entzündung in der Tiefe auf den Knochen um das Implantat aus. In diesem Fall spricht man von einer Periimplantitis. Dabei wird der Knochen, der das Implantat fest verankert, zunehmend abgebaut. Im fortgeschrittenen Stadium kann dies sogar zum Verlust des Implantats führen.
Das Tückische daran: Eine Periimplantitis verursacht häufig lange Zeit keine Schmerzen. Patienten bemerken deshalb oft nicht, dass sich bereits eine Entzündung entwickelt hat. Auch Zahnfleischbluten als mögliches Warnsignal kann insbesondere bei Rauchern vermindert sein.
Umso wichtiger sind regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt. Dabei untersuchen wir nicht nur das Implantat selbst, sondern auch das umliegende Zahnfleisch. Bei Bedarf können Röntgenaufnahmen helfen, Veränderungen am Knochen frühzeitig zu erkennen und den Verlauf zu dokumentieren.
Je früher eine Entzündung behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Während eine oberflächliche Zahnfleischentzündung meist gut behandelbar ist, erfordert eine fortgeschrittene Periimplantitis tief im Knochen häufig aufwendigere Maßnahmen. Bereits verlorener Knochen lässt sich meist nicht mehr wiederherstellen. In manchen Fällen muss das Implantat sogar wieder entfernt werden.
Neben einer sorgfältigen häuslichen Mundhygiene empfehlen wir deshalb eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung und individuell auf die Patienten abgestimmte Kontrollintervalle, deren Abstände sich nach dem persönlichen Risikoprofil orientieren. Kürzere Abstände empfehlen wir zum Beispiel Rauchern, Patienten mit Diabetes, Patienten mit einer Parodontitis in der Vorgeschichte sowie Patienten unter Immunsuppression oder dauerhafter Kortisontherapie. Wir klären Sie gerne über Ihr persönliches Risiko auf.
Unser Ziel ist es, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor größere Schäden entstehen, die später nicht mehr beherrschbar sind. Denn der langfristige Erfolg einer Implantatversorgung entscheidet sich nicht nur bei der Implantation, sondern vor allem bei der Pflege in den Jahren danach.
Vorsorge ist der beste Schutz - auch für Implantate
